Parodontale Regeneration
1. Symptome und Krankheitsverlauf
Eine Parodontitis (Entzündung des Zahnbettes), fälschlich
auch Parodontose genannt, benötigt zur Ausprägung der
typischen Symptomatik einen längeren Zeitraum. Sie beginnt
mit einer Gingivitis: es zeigen sich geschwollene, hochrote und
vor allem leicht blutende Schleimhautareale. Die straffe, girlandenförmige
Anlagerung am Zahn sowie die rosafarbene, leicht getüpfelte
und homogene Oberfläche, die ein gesundes Zahnfleisch auszeichnet,
fehlen. Das Gewebe blutet bei der leichtesten Berührung. In
diesem Stadium der Erkrankung kann das Zahnfleisch mit einer professionellen
Zahnreinigung und einer verbesserten Zahnpflege ohne Folgeschäden
ausheilen.
Werden diese anfänglichen Symptome ignoriert, kommt es zu
tiefgreifenden Zerstörungen des Zahnhalteapparates, blutige
oder sogar eitrigblutige Sekretionen aus dem Zahnfleischsaum bzw.
eine Abszessbildung sind deutliche Hinweise auf eine Taschenbildung
zwischen Zahn und Zahnfleisch. Im Röntgenbild sind jetzt offensichtliche
Knochenverluste zu diagnostizieren. Viele Patienten reduzieren aus
Angst vor erneuten Blutungen das Zähneputzen, was das Fortschreiten
der Erkrankung beschleunigt. Der zumeist schleichende und schmerzfreie
Verlauf der Krankheit führt dazu, dass erst beim Auftreten
der Spätsymptome wie Zahnbeweglichkeit, -wanderung und lockerung
der Zahnarzt aufgesucht wird.
Unbehandelt führt die Parodontitis zum Verlust der Zähne,
sie stellt neben der Karies die Hauptursache für Zahnverluste
dar.
2. Wie wird die Parodontitis festgestellt?
Eine umfassende Erstuntersuchung beinhaltet auch die Sondierung
eventuell vorhandener Zahnfleischtaschen. Bestehen Hinweise auf
eine Parodontitis, liefern Röntgenbilder, Blutungsindizes und
die sog. Markerkeimbestimmung weitere Informationen, auf deren Grundlage
anschließend das weitere Vorgehen geplant wird.
3. Die Behandlung
Das moderne Behandlungsspektrum ist breit gefächert, wir wenden
von der minimalinvasiven Therapie bis hin zu chirurgischen Verfahren,
wie z.B. der Knochenregeneration, alle erprobten Verfahren an.
Die Behandlung zielt vornehmlich auf die Entfernung der harten
und weichen Beläge ab. In der Vorbehandlungsphase werden alle
Störfaktoren, die eine optimale Mundhygiene erschweren oder
sogar unmöglich machen, wie z.B. überstehende Füllungs-
oder Kronenränder, beseitigt. Begleitend zeigt Ihnen unsere
Prophylaxeassistentin, wie Sie durch eine optimierte häusliche
Mundhygiene die Behandlung unterstützen und ein Wiederaufflammen
der Symptome nach Behandlungsabschluss vermeiden können.
Unter lokaler Betäubung werden die Beläge über die
Tasche selbst entfernt (Kürettage). Die Therapie ist schmerzfrei,
auch nach Abklingen der Anästhesie sind keine Schmerzen zu
erwarten. Als hocheffektive Alternative zur konventionellen Kürettage
kann in unserer Praxis die Behandlung meist ohne Anästhesie
auch mit dem Laser
durchgeführt werden. In einer Kontrollsitzung, die ca. zwei
Monate nach der letzen Kürettage stattfindet, wird der Behandlungserfolg
überprüft.
Da die Zahnfleischtaschen auch bei optimaler Therapie nicht immer
vollständig eliminiert werden können, werden die Taschen
in individuell festgesetzten Abständen sondiert (Recall),
um erneut auftretende Entzündungsherde frühzeitig zu erkennen.
Regelmäßige professionelle Zahnreinigungen sichern ein
stabiles Behandlungsergebnis.
4. Welche Kosten entstehen mir?
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Behandlungskosten
in voller Höhe. Ausgenommen sind die professionelle Zahnreinigung
und weiterreichende Maßnahmen, die u.U. nötig werden
könnten, wie z.B. spezielle chirurgische Verfahren.
Private Krankenversicherer erstatten in der Regel alle therapeutischen
Maßnahmen.
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